22. November

Montag 1993   Freitag 2013
Ich wachte mit einem Seitenscheitel auf und stand bis 6:31 Uhr im Bad-> kein Kaffee, kein Frühstück. Heute hatte es sogar in Baldingen geschneit. Ich hatte die Kassette dabei, die Marc und ich für Möter aufgenommen hatten und hörte sie während den 2 Hohlstunden. Leibfritz hat heute Geburtstag. Mathe war wieder scheiße und in Französisch hatte ich das erste Mal alles dabei. Ich schwänzte Religion und übte einen Nachmittag lang auf meinem Übungspad. Um 5 Uhr wurde ich geholt-> Schlagzeugunterricht. Möter fragte uns, warum wir nicht zu seinem Fest gekommen waren. Scheiße, das hatten wir total verschwitzt. Dann zeigte er uns, was wir bis Dezember können müssen (Hahahahahahaha). Danach las ich noch den 4. Akt von Egmont und ein bisschen Englisch, saß bis halb 10 vor dem Fernseher, duschte und war um ¼ 11 Uhr im Bett.   Ich hebe meine Augenbraue, wenn jemand in der Tram zu laut telefoniert, das stört mich, aber sonst kann man hier kaum  mehr auffallen. Außer man prügelt Unschuldige in der U-Bahn, damit kommt man in die Zeitung, mit Bild[1], im Dorf ist es nicht so, da kommt man nicht durch Prügeln weiter, da muss man sich scheiden lassen oder ein uneheliches Kind bekommen, oder nackt durch die Straßen rennen. Aber vielleicht hilft das auch nichts mehr, und eigentlich will das ja niemand, niemand will ausgestoßen sein, alle Menschen wollen nur geliebt werden, und manche denken wohl, dass sie geliebt werden, wenn sie Aufmerksamkeit erregen, wenn sie auffallen, Menschen, die unbedingt wahrgenommen werden wollen, werden in Berlin verzweifeln, hier werden sie nicht wahrgenommen, niemand schert sich darum, andererseits kann jeder einfach sein, wie er will, und niemand hebt eine Augenbraue.

 



[1] vielleicht ist das der Grund, warum die geprügelt haben

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